Schützenfest Sichtigvor 2011

Ein bewegendes Sichtigvorer Schützenfest liegt seit gestern hinter uns. Nicht nur das letzte dreitägige Schützenfest des Jahres, sondern vielmehr das Abschiedsfest unserer Dirigenten Christian Steinmeier.

Gut gelaunt stiegen am Samstagnachmittag alle Musiker mit Instrumenten und erster Wegzehrung in den Bus am Olsberger Pfarrheim.

In der Halle angekommen wurden erste Märsche gespielt und der Durst gelöscht bevor zum Antreten gebeten wurde. Und was wäre ein Sichtigvorer Schützenfest ohne die Schützenmesse auf dem Kreuzberg? So trotzten Schützen und Musiker dem eiskalten Wind auf dem Gipfel und begannen das diesjährige Fest der Feste mit dem obligatorischen Gottesdienst.

Der  Samstag

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Durchgefroren machten sich dann alle auf den Weg zurück in die Halle, wo es nach diversen Ehrungen dann bald Zeit für die erste Runde Blasmusik wurde: Marion und die „Hasleymusikanten“ waren gut aufgelegt und gaben „Take Ten“ Zeit, sich in der „Schützenkantine“ zu stärken. Die brauchten ihre Power auch für die anschließende Party: Maike und Stone heizten den Feierwütigen ordentlich ein und überzeugten auf ganzer Linie. Es wurde getanzt, bis die Füße qualmten- und trotzdem fanden viele noch die Kraft, sich Stühle und Tische zu schnappen und damit auf der Tanzfläche zu „Schatzi schenk mir ein Foto“ (anscheinend in viele Regionen übergeschwappt) alles zu geben. Und musste der Ein oder Andere doch einmal ein Päuschen einlegen tat das der Stimmung keinen Abbruch- auf das Zeltlager direkt vor der Bühne war Verlass: Die Jungs und Mädels kannten jeden Hit auswendig und waren immer mit von der Partie…

Aber nicht nur „Take Ten“ lieferte einen Hit nach dem anderen ab, auch den „Hasleymusikanten“ merkte man die Proben und Besuche auf anderen Schützenfesten an: Es wurde nicht nur Polka und Walzer zum Besten gegeben, sondern auch Neues hat seinen Weg in die blauen und weißen Mappen gefunden und begeisterte Jung und Alt.

Bis auf den Busfahrer, der einige Zeit warten musste, bis sich die Musik von seinem Publikum nach vielen, vielen Zugaben verabschieden konnte, hatten alle Beteiligten sichtlich Spaß und ließen den Abend bei dem Ein oder Anderen Eierbacken ausklingen…

 

Der Sonntag

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Sonntagmittag wurde dann wieder- mehr oder weniger ausgeschlafen- angetreten und zum Festzug gestartet. Nachdem der amtierende König Horst Lehmenkühler mit seiner Frau und großem Hofstaat festlich zurück bis zur Halle begleitet war, stand nach einer kleinen Verschnaufpause das „Frühschoppenkonzert“ an. Einige Hits vom vergangenen Wunschkonzert weckten bei einigen (leider wenigen) Zuhörern Erinnerungen an den wunderbaren Jubiläumsabend in der Olsberger Konzerthalle.

Beim Kindertanz kamen die Jüngsten unter Anderem beim „springenden Känguruh“ voll auf Ihre Kosten. Der Ausmarsch mit dem berühmten Kinderlied „Der Steiger kommt Pipi Langstrumpf“ setzte gekonnt den Sichtigvorer Sommerabend fort. Bei dem herrlichen Wetter hatten einfach alle gute Laune. Am Abend wurde weiter feste gefeiert – am finalen Königstisch zeigte König Horst, dass er uns Musiker bestens versorgt und für jeden Spaß zu haben ist – „gib mir mal die Mütze, Bandit!“. „Ich bin Gärtner – kein Bandit. Aber hier, die Mütze“, so die Antwort des immerseits gut aufgelegten Rudi.

 

Der Montag

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Am frühen Montagmorgen ging es traditionell mit „schwarz 19 – Im Morgengrauen“ los. Begrüßt vom Schützenkönig und Oberst zogen wir samt vielen vielen Schützenbrüdern zur Vogelwiese hinaus. Traditionell sei an dieser Stelle Frau Menning, die am Montag auch noch Geburtstag feierte, gedankt für Ihre gute und reichhaltige Versorgung mit diversen spirituellen Köstlichkeiten. Beim ebenso geübten Instrumententausch bei Polkas wie „Auf der Kirmes“, „Fuchsgraben“ oder „Wir sind die Kinder von der Eger“ verging rasch die Zeit. Nach einem heißen Feuergefecht holte Georg Bräker den Vogel von der Stange. Hier hatte selbst unser Dirigent Christian Steinmeier lange Zeit mitgefeuert. Es folgte die von uns Musikern stets beliebte Parade innerhalb des Festzugs zurück in die Schützenhalle. Beim Stechschritt vorbei am neuen Königspaar schreitend ließ so mancher Schützenbruder erkennen, wie tief er bereits ins Glas geschaut hatte.Auf Einladung des Schützenobersts Thomas Schulte verbrachten wir den freien Nachmittag in und um dem Pfarrheim am Kirchplatz. Das Jahrzente-alte Duell „Schlips-vorn gegen Schlips-hinten“ wurde dieses Jahr durch die Mannschaften Blasmusik und Tanzmusik bestritten. Bei defensiver Grundausrichtung (4er-Tormauer) konnte die Tanzmusik hier so manchen gefährlichen Konter laufen, sodass sie letztlich verdient, wenn auch knapp, das Duell mit 7:6 für sich entschieden. Bei heißen Temperaturen blieb hier kaum ein Hemd trocken, aber zum Festzug um 18:00 Uhr waren alle wieder akkurat angezogen. Es folgte der Königstanz für den neuen König sowie der Ausmarsch der Fahnen. Hier wird nach guter Sitte an der Kirche Halt gemacht und der Oberst resümiert das erste Mal über den Festverlauf. Höhepunkt der Ansprache war der bewegende Abschied für Christian Steinmeier mit Übergabe eines Poloshirts mit der Auftritt „Unser Dirigent des Vertrauens“. Ebenso herzlich wurde Franz-Josef Vogt für die langjährige Leitung der Blasmusik mit Übergabe einer Kirmes-Trompete geehrt. Der Montagabend setzte stimmungsmäßig noch einmal einen glänzenden Schlusspunkt – Königstisch, Schatzi, Hey Kölle.

Um 0:30 Uhr folgte der emotionalste Moment des Festes – Christian Steinmeier sang den letzten Song als Dirigent des Großen Blasorchesters. „My Way“ – passender hätte er sich nicht von uns Musikern und den vielen Schützen und Schützenvorständen verabschieden können. Sein Weg geht nun Richtung Berlin, wo er sich beruflich neu orientiert. Wir wünschen ihm auch von dieser Stelle alles erdenklich Gute, vor allem viel Freude und Zufriedenheit bei der neuen Herausforderung. Wir sind stolz, dass du, Christian, uns jetzt sechs Jahre so erfolgreich begleitet und immer wieder zu Höchstleistungen animiert hast. Dankeschön!

Bis zum nächsten Jahr!

PS: Der Musikverein feiert am Sonntag, 21.8. sein 90 jähriges Jubiläum weiter. Lesen Sie hier die Ankündigung.

Autor: Volker Dettenberg
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