Frühlingskonzert 2011 – ein Rückblick


Strahlend wurde hinter der Bühne verkündet: „Wir müssen noch Tische und Stühle stellen!“ Der Einladung zum 90sten Geburtstag der Olsberger „Eintracht“ zum diesjährigen Frühlingskonzert waren Scharen von Musikfreunden gefolgt und die Olsberger Konzerthalle bis auf den letzten Platz ausverkauft. Schon im Foyer konnte eine von einem Team um Christof Burmann liebevoll arrangierte Ausstellung über „das Geburtstagskind“ bestaunt werde: Fotogalerien, alte Instrumente und Uniformen sowie vor allem Hörproben und ein zusammengestellter Film verkürzten die Wartezeit beim Kartenkauf. Und das Warten an der Kasse wurde dann auch reichlich belohnt:
Das Geheimnis um die „Gewinner“ des Wunschkonzertes wurde von Moderator Dietmar Vollmer nach und nach gelüftet und Highlight reihte sich an Highlight:

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Als noch die letzten Klänge vom „Einzug der Gladiatoren“ zu hören waren, standen schon die ersten Überraschungsgäste in den Startlöchern: Christiane und Thomas Mester alias „Think Twice“ übernahmen den Gesang beim „Phantom der Oper“.  Aber nicht nur sie waren wieder  mit von der Partie- es gab auch wieder einen von Maike Wiepen zusammengestellten „Masken- Tanz“. „Man fühlte sich wie im Musical“, so eine Konzertbesucherin.
Weiter ging es mit der Kategorie „Klassisch“. Hier war die Ouvertüre der  Operette „Leichte Kavallerie“ Favorit und das  große Blasorchester wurde klanglich zum Symphonieorchester. Von der Leichtigkeit galoppierender Pferde schalteten die Musiker schnell um auf die emotional geladene Originalkomposition „Fate of the Gods“ .  Darauf folgte die Filmmusik zu „Indiana Jones“- mal gewaltige und kraftvolle, dann wieder leise und bewegende Töne erklangen.

Während Dietmar Vollmer noch die steile Karriere eines Ausnahmemusikers nachzeichnete, betrat dieser auch schon völlig unprätentiös die Bühne: Dass ein weitgereister Profimusiker in der Kategorie „Solo und virtuos“ aktiv sein würde, damit hatten die Teilnehmer der Abstimmung wohl kaum gerechnet:  Frederik Köster, damals ein „Kind Olsbergs“,  jetzt Professor und Gewinner des Jazz- Echos, gab sich die Ehre und performte gemeinsam mit dem Orchester, in dem er einst angefangen hat zu musizieren. Mit seiner Interpretation von  „Children of Sanchez“  erzeugte er nicht nur bei den Konzertbesuchern einen Gänsehautschauer nach dem anderen, sondern steckte auch die Musiker an und stiftete sie zu Höchstleistungen an. Die Begeisterung des Publikums zeigte sich in Standing Ovations und wahren Begeisterungsstürmen.

Nach einer Pause wurde es Zeit für die Jüngsten des Musikvereins: Kathrin Richter betrat mit dem „Ausbildungsorchester“ des Musikvereins die Bühne. Stolz präsentierten sie das Stück „Baba´s Reggae Rock“, was sie in fleißiger Probenarbeit erarbeitet haben. Das Zusammenspiel und sogar ein Schlagzeugsolo überzeugten das Publikum davon, dass die Jugendarbeit bei der „Eintracht“ funktioniert.
Einige Jahre älter sind die Jugendlichen, die sich mit  Michael Aufmkolk und Nachwuchsdirigent Felix Burmann auf das Konzert vorbereitet haben. Auch sie waren glücklich mit der Wahl der Musikfreunde und eröffneten ihren Reigen mit dem „Fridericus- Rex- Marsch“.  Bombastisch ging es weiter mit „Variazioni in Blue“ und der Filmmusik zu „Fluch der Karibik“. Das Orchester konnte zeigen, dass es zwar den Dirigenten, nicht aber das musikalische Niveau gewechselt hat.

Nach einigen Ehrungen ging es volkstümlich mit der Kategorie Polka weiter: Knapp hatte sich die „Südböhmische Polka“ durchgesetzt- was  die anwesenden Musikern im Publikum nicht verwunderte. Und auch bei diesem Programmpunkt achteten Musiker und Dirigent Christian Steinmeier auf die präzise Interpretation der oft gespielten Egerländer Polka.
Nicht nur Outfit, auch Musikgenre wechselten „Think Twice“ und hatten einen weiteren Auftritt mit dem großen Blasorchester bei „Phil Collins Live!“.
Zum runden Abschluss des Jubiläumskonzertes hatten die wichtigsten Männer des Vereins noch mal einen Auftritt: Die ehemaligen Dirigenten Friedel Köster und Helmut Schmücker dirigierten gemeinsam mit Christian Steinmeier  und Marc Kieseheuer (eingesprungen für seinen leider erkrankten Bruder Frank) gemeinsam das Potpourri „Hänschen auf Weltreise“. So vielseitig und unterhaltsam  die Arten zu dirigieren,  so  vielseitig und unterhaltsam war auch das diesjährige Programm- dafür sprach zumindest der laute Wunsch des Publikums nach Zugabe. Und hätte man diese auch wählen können, so wäre dies bestimmt der Gewinner gewesen: „Alte Kameraden“ leitete über zu einer ausgelassenen Feier des 90sten Geburtstages.

 

Autor: Felicia Schley
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